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Aus dem Leben eines Barbaren - Teil 11

 
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Berzerk
Insider


Anmeldedatum: 24.01.2007
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 02.07.2007, 15:35    Titel: Aus dem Leben eines Barbaren - Teil 11 Antworten mit Zitat

Die Barbaria beginnt – Disziplin 1 – SCHNELL WEIT LAUFEN

Wir fünf Teilnehmer der barbarischen Spiele standen vor dem Podium, welches nun am äußersten Ende des Stadions aufgebaut war, dort wo der Weg zum gegenüberliegenden Ende des ovalen Stadions am weitesten war. Und genau dort sah ich ein gespanntes Seil, welches die Ziellinie war, wie ich kombinierte. Dort konnte ich auch die beiden gut angezogenen Barbaren des Komitees erkennen, die wohl darauf achten sollten, wer als erstes die Ziellinie riß. Vor uns auf dem Podium stand derweil Barbarpapa und er sah einfach beeindruckend aus. Vielleicht sollte ich mir auch so einen Bart wachsen lassen, überlegte ich. Ich würde einfach mal in der Gilde fragen was die davon halten würden.

„Meine Herren Barbaren!“, setzte er an, „ein Barbar muß schnell und flink auf den Füßen sein. Und dies aus vielerlei Gründen. Wir müssen die ersten im Schlachtgetümmel sein, und wir müssen schnell sein um zu verhindern das Unholde sich an Unschuldigen vergreifen!“

„Oder aber um wegzurennen!“, ließ sich Zeder mit seiner Piepsstimme vernehmen, und Barbarpapa sah aus als habe man ihm gerade mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen.

„Zeder!“ Seine Stimme grollte vor unterdrücktem Zorn. „Ein Barbar rennt nicht weg! Niemals! Eher fällt er in der Schlacht! Denkt Ihr, einer Eurer Konkurrenten hier wäre schon mal vor einem Gegner weggerannt, und sei er auch noch so übermächtig gewesen?“

Wir alle schüttelten nachdrücklich den Kopf. Ich versuchte, einen besonders vorwurfsvollen Blick aufzusetzen und hoffte inständig, das mich niemand hier im Stadion gestern in den ausgedehnten Prärien gesehen hatte, als ich während der Ausführung von Gildenaufgaben vor zwei Rudeln Düsterworgs weggerannt war.

„Entschuldigt Barbarpapa!“, sagte Zeder mit zerknautschtem Gesicht. „Natürlich bin auch ich noch nie weggerannt.“

„Du hast wahrscheinlich auch noch nie gekämpft wenn ich Dich so ansehe, Jungchen!“, ließ Vak seine Geringschätzung erkennen.

Zeder warf ihm einen bösen Blick zu und setzte zu einer Antwort an, besann sich aber eines besseren und schwieg.

„Wie dem auch sei, geehrte Barbaren! Eure erste Aufgabe wird sein, so schnell wie möglich das Stadion zu überqueren und die Ziellinie zu reißen. Der erste gewinnt diese Disziplin. Es sind keine Reittiere oder Zaubersprüche erlaubt! Alles verstanden?“

Wir nickten alle. So schwer war das jetzt ja auch nicht zu kapieren.

„In Ordnung, dann zieht Euch um und ich erwarte Euch in 5 Minuten an der Startlinie!“

Schwungvoll verließ er sein Pult und schritt in Richtung Start.
Umziehen? Ich hatte nichts anderes dabei als meine Rüstung. Etwas sportliches wäre jetzt definitiv von Vorteil. Hilfe suchend blickte ich auf die Ränge und suchte Augenkontakt zu meinen Gildenkollegen, die allerdings alle bedauernd den Kopf schüttelten. Mist, keiner hatte etwas dabei was bequemer zum Rennen wäre! Verdammt, warum hatte ich meine Gebetskutte nicht mitgebracht? Oder sollte ich nackt rennen, nur in meiner Unterhose? Nein, entschied ich. Nachher wurde ich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festgenommen.

Egal, ich musste jetzt da durch! Die anderen hatten bereits ihre Position eingenommen und ich ging ebenfalls zur Starlinie. Alle hatten moderne Sportanzüge an, aus feinstem Stoff und ich wurde echt neidisch ehrlich gesagt. Sollte ich Zeder schnell aus seinem rausprügeln? Nein, das hätte mit Sicherheit zur Disqualifikation geführt.

Hämisch lächelnd sah Vak mich an. „Na, ist eine Deiner Trollfrauen mit Deinem Sportanzug abgehauen?“, fragte er.

Ich entschied mich dazu, nichts zu sagen und schaute stattdessen zur Ziellinie. Bei allen Göttern, war das weit! Ich musste die Augen zusammenkneifen um bis dahin zu schauen! Ich würde einiges an Sauerstoff brauchen, wenn ich dort angekommen bin.

„Auf die Plätze!“, tönte Barbarpapa und im Stadion endete jegliche Unterhaltung und es wurde still.

Ich kniete mich hin, wie es auch die anderen taten, die Finger vor mir auf der Startlinie abgestützt.

„Fertig!“, kam das nächste Kommando und ich hob mein Hinterteil gen Himmel, den Kopf gebeugt und immer noch abgestützt. Eine sehr unbequeme Position.

„LOS!“, rief er und wir alle fingen an zu rennen, hin in Richtung Ziellinie.
Schnell setzte ich mich ab.

Nach hinten.

Vorne lieferten sich Nail und Vak ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dicht gefolgt von Temple, dessen graue Haare hinter ihm herfolgen, dann Zeder.

Ganz hinten ich.

Wie sollte ich auch in dieser schweren Rüstung rennen? Ich meine, selbst ohne Rüstung war ich ein langsamer Renner, und alleine mein Brustpanzer schien mich regelrecht nach unten zu ziehen und ich achtete nur darauf, nicht hinzufallen und meine Niederlage komplett zu machen. Wenigstens mit Anstand und Würde diese Disziplin rumbringen. Meine Muskeln fühlten sich an, als seien sie mit Glassplittern gefüllt.

Im Stadion herrschte immer noch gespannte Stille, bis ich eine mir wohlbekannte Stimme in meinem Rücken vernahm:

„Berzerk, wenn ich rausbekomme, das da was mit dieser Schnalle Chamomilla gelaufen ist, trete ich Die derart in Deinen feisten Hintern, das mein Schuh stecken bleibt und Deinen Dickdarm kitzelt!“

Maipous Stimme war klar und deutlich durch das gesamte Stadion zu vernehmen und ich spürte wie ich neuerlich rot anlief.

Und natürlich konnte Chamomilla das nicht auf sich sitzen lassen.
„Maipou Du alte Schreckschraube, da war gar nichts mit Berzerk. Ich spende ihm nur Trost, weil Du oft so unsensibel zu ihm bist!“

„Und Dir trete ich auch in den Hintern Du blonde Hochelfenzicke! Und dann schlage ich Dir die Zähne aus!“

„Berzerk hat schon recht, wenn er sagt Du wärst herrisch!, brüllte Chamomilla wiederum quer durch das Stadion zurück.

Leiber Leser, könnt Ihr Euch das vorstellen? Das ganze vollbesetzte Stadion hatte mittlerweile angefangen über mich zu lachen und teilweise mit dem Finger auf mich zu zeigen. Da brüllen sich Maipou und Chamomilla quer durch das Stadion an und tauschen sich über mich aus. Wieder hätte ich nichts gegen ein vorzeitiges Ableben gehabt.

Ich wollte nur noch raus hier, weg von allem. Meine Muskelschmerzen merkte ich gar nicht mehr und auch die Rüstung schien nicht mehr so schwer zu sein im Gegensatz zu dem Wunsch von hier zu verschwinden.Und so lief und lief ich und bekam nur am Rande mit, wie ich Zeder überholte, dann Temple und immer weiter zu Nail und Vak aufschloß. Und kurz vor der Ziellinie überholte ich sogar diese und lief mit einer Armlänge Vorsprung als erstes durch das gespannte Seil. Ich hatte tatsächlich die erste Prüfung gewonnen!

Ich wollte abbremsen und langsamer laufen, aber die Auslaufzone war sehr kurz gehalten und meine Geschwindigkeit zu groß, als das ich hätte zum Stehen kommen können bevor ich an die Balustrade prallte, die die Zuschauer auf den Rängen vom Rasen trennte. Ich kann mich noch heute lebhaft an das hübsche Gesicht einer Dunkelelfe erinnern, welches mich erschrocken anblickte und wahrscheinlich dachte, ihr letztes Stündlein hätte geschlagen, aber ich wurde ja durch die Brüstung aufgehalten. Ich prallte zurück und schlug lang auf den Rücken.
Ich hörte noch Fanfaren spielen, Applaus und Barbarpapa, der mich feierlich zum Sieger der ersten Disziplin ausrief. Dann legte sich ein dunkler Schleier über meine Augen und es wurde Nacht.


Disziplin 2 – MALEN


Etwas kitzelte meine Nase und meine Augenlider flatterten auf. Zayas Haare hingen mir ins Gesicht und lösten so den Reiz aus, mich zu kratzen. Wieder nahm ich den Geruch nach Morgenfäule wahr der mich endgültig in die Realität zurückbrachte. Anscheinend wurde es zur Gewohnheit das ich Zayas Gesicht nach dem Aufwachen sah, wie vor kurzem im Wirtshaus im Hafen. Naja, es gab ja auch bedeutend schlimmeres, was man nach dem Aufwachen erblicken konnte. Zum Beispiel Maipou, wie sie ihr Schwert hoch über ihr Haupt hob und es mit dem Schwertblatt gerade auf meinen Schädel niedersausen lassen wollte, wahrscheinlich in der Hoffnung, mich dadurch aufzuwecken.

„Nicht Mai, er ist wach!“, sagte Zaya nun zu ihrer Schwester.

Maipou ließ das Schwert sinken und sah irgendwie enttäuscht aus.

„Willkommen zurück Berz!“, sagte Morga die neben mir hoch aufragte und mich prüfend ansah.

Ich rappelte mich auf die Beine, Mori und Leon griffen griffen mir stützend unter die Arme, bis ich sicheren Stand hatte.

„Wie lange war ich weg?“, fragte ich, immer noch benommen.

„Etwa 10 Minuten.“, sagte Fluke und klopfte mir mit seinen kleinen Arasai-Händchen auf die Schulter. „Das war ein Mordslauf, Bruder!“, fügte er anerkennend hinzu.

Adeny kam vor und reichte mir ein Stärkungstrank, der verlorene Energie zurückbringen sollte. Ich nahm ihn dankbar an und trank gierig.

„So schnell habe ich Dich noch nie gesehen!“, sagte Mori.

Geistesabwesend dankte ich ihm und sah mich um. Mittlerweile war umgebaut worden, und ich erblickte in der Mitte des Rasens fünf Pulte mit jeweils einem Stuhl davor. Vier waren bereits durch meine Konkurrenten besetzt. Barbarpapa stand vor ihnen und winkte mich nun herüber.

Jeder meiner Gildies wünschte mir Glück und ging wieder auf die Tribüne um sich hinzusetzen. Als ich mein Pult erreichte und mich setzte, nahm Barbarpapa dies als Zeichen, die zweite Runde zu erläutern.

„Meine Herren Barbaren, es ist nun Zeit für die zweite Runde der Barbaria! Ihr wisst, liebe Teilnehmer, liebe Zuschauer, Zeiten ändern sich. Moden ändern sich. Und auch wir Barbaren sind Veränderungen unterworfen. Waren wir früher nur im Kampf auf dem Schlachtfeld oder im Wirtshaus zu finden, stets trunken und raufend, so hat sich das Bild geändert. Ein Barbar von heute muß Hobbies haben und seine Aggressionen kanalisieren und kontrollieren können. Eine schöne Möglichkeit, überschüssige Aggressionen abzubauen, wenn man nicht auf dem Schlachtfeld ist und jemandem den Schädel einschlagen kann, ist das Malen!"

Alle Teilnehmer stöhnten auf. Malen? Das war doch nur ein schlechter Scherz oder? Nein, war es nicht, Barbarpapa sah nicht aus wie jemand der Witze machte.

„Ja, meine Herren, Ihr werdet ein Bild malen. Euer Motiv heißt: Ein weißes Haus im Winter! Da wir vom barbarischen Komitee keine Kunstkenner sind, haben wir fachkundige Unterstützung einholen können.“

Er machte eine weit ausholende Armbewegung um das gesamte Publikum einzubeziehen.

„Meine Damen und Herren, heißt mit mir herzlich Herrn Andy Warlock willkommen!“

Tosender Applaus brandete auf und Warlock kam gemessenen Schrittes in das Stadion gelaufen und verbeugte sich. Dann nahm er gegenüber unseren Pulten Platz.

„Nun, meine Herren, Herr Warlock wird Eure Arbeit bewerten und den Sieger küren!“, erklärte Rauschebart. „Gibt es noch irgendwelche Fragen?“

Ich schaute auf den Becher Wasser, den Pinsel und die zwei Farben in kleinen Töpfchen vor mir. Schwarz und weiß. Es verschloss sich mir gänzlich, wie ich das malen sollte.

„Wir sollen ein weißes Haus im Winter malen?“, fragte Temple?
Barbarpapa nickte. „Ganz recht! Was für ein Haus, ob groß oder klein, schmal oder breit, bleibt völlig Euch allein überlassen. Sonst noch Fragen?“

Gab es nicht und so gab der Barbar mit dem Bart das Startkommando.
Meine Konkurrenten begannen wie wild rumzuzeichnen. Mir fiel partout nicht ein, wie ich die Anforderungen aufs papier bringen sollte. Ich versuchte mir Immerfrost vor Augen zu führen aber meine Gedanken schwirrten immer nur um das eine : HUNGER! Und zwar heftiger HUNGER! War ja auch kein Wunder, immerhin bin ich eben etwa 150 Meter am Stück gerannt, da kann man schon mal Appetit bekommen oder? Ich meine, wie viel Energie werde ich dabei verbraucht haben?

Die anderen Teilnehmer ließen die Pinsel über das Papier ziehen und erzeugten ein feines Rascheln der Borsten während sie Grundrisse oder was auch immer entstehen ließen.

Ich hatte immer noch nicht mal meinen Pinsel angefasst.

Dann hörte ich ein Flattern vieler vieler Flügel und ich sah einen Schwarm Morastfresser an einem Ende des Stadions aufziehen.
Ich hasste Morastfresser und das hatte ich sie spüren lassen, denn ich hatte sie zu zehntausenden getötet, und zwar in allen Variationen: Erstochen, erschlagen, zerquetscht (teilweise unfreiwillig), gebraten (hatte Hunger), und so weiter. Eigentlich müsste ich den Namen „The one and only Slayer of Morastfresser“ haben, aber ehrlich gesagt lege ich gar keinen Wert auf diesen Titel.

Gedankenverloren sah ich den insektenähnlichen Nervensägen bei ihrem Flug über das Stadion zu und beobachtete wie sie langsam in unsere Richtung kamen. Ich schaute wieder aufs Blatt und versuchte mich zu konzentrieren. Ein weißes Haus im Winter. So ein Mist! Das Flügelschlagen der Morastfresser wurde richtig laut, als sie über unsere Pulte hinweg zogen.

Und dann, alles Gute kommt von oben, schlugen weiße Tropfen auf mein Blatt Papier ein! Und zwar nur auf mein Papier, meine Konkurrenten wurden von den Ausscheidungen dieser Flattermänner verschont. Zwei Tropfen, dann drei, vier, sieben, insgesamt neun Ladungen weißen Vogelkots sind auf meinem Blatt eingeschlagen! Am liebsten hätte ich das Blatt direkt zerrissen! Es ist ein ungeklärtes Phänomen das immer ich mit Vogelkot bedacht wurde, egal mit wie vielen Menschen ich zusammenstehe. Immer bin ich derjenige der sich nach einer Vogelattacke umziehen darf.

Ich stand auf und legte Pfeil und Bogen an um einen nach dem anderen dieser Viecher herunterzuholen, als mir eine Idee kam. Ich betrachtete den Vogelkot auf meinem Blatt genauer.

Das Weiß war so RICHTIG weiß, viel weißer als die Farbe, die wir bekommen hatten um unser Bild zu malen.

Ich zog den Pinsel aus dem Becher und begann sehr sorgfältig, die weißen Flecken zu einem Umriß eines Hauses zu verbinden. Das war gar nicht so schwer. Ich nahm unser Gildenhaus als Vorlage und ich fand es naja, interessant. Danach zog ich mit der schwarzen Farbe die Umrisse des Hauses fein nach, und siehe da, ich hatte ein extrem weißes Haus vor einem weißen Hintergrund. Ich war sehr zufrieden mit meiner Arbeit und begutachtete mein Werk. Den Rest der Zeit verbrachte ich mit ein paar kleinen Korrekturen, dann rief Barbarpapa aus, das wir unsere Pinsel wegzulegen hatten.

Gespannte Stille im Publikum als Rauschebart verkündete:

„Herr Warlock, bitte bewerten Sie die einzelnen Bilder und küren Sie den Sieger! Wir verlassen uns voll auf Sie!“

Andy Warlock kam auf uns zu und wir alle lehnten uns ein Stück zurück, damit er einen besseren Blick auf unsere Zeichnungen hatte.
Er fing mit Vaks Bild an.

„Belanglos!“, war sein Kommentar und Vaks Kiefernmuskeln spannten sich an, Ich dachte er würde Warlock an den Kragen gehen. Aber er blieb ruhig sitzen, auch wenn man sah wie viel Anstrengung ihn das kostete.

Warlock ging weiter zu Nail.

„Erbärmlich!“, so der Kommentar zu Nails Zeichnung. Nail sah aus als würde er jeden Moment einen Pfeil aus seinem Köcher ziehen und Warlock in den Hintern jagen, aber auch er blieb ruhig.

Zeders Bild war das nächste. Ein Blick auf seine Zeichnung zeigte mir ein verschnörkeltes Anwesen, welches von hier betrachtet wirklich sehr ansprechend aussah. Sehr geschmackvoll. Meine Zeichnung war ein Versuch eines dreijährigen dagegen.
Warlock betrachtete es eine Zeit lang.

„Ein Desaster!“, befand er und Zeder schniefte und wischte sich schnell eine Träne aus dem Augenwinkel. Verstohlen blickte er sich um, um sich zu vergewissern das keiner seine Schwäche gesehen hatte. Als sich unsere Blicke trafen, grinste ich fies und wischte spielerisch mit meiner Hand über die Augen. Schnell schaute er wieder unter sich und lief rot an.

Mittlerweile begutachtete der Kritiker Temples Bild. Auch ich schaute es mir an und ich muß sagen, in der Gildenhalle hängen wesentlich hässlichere Werke.

„Fürchterlich!“, sagte Warlock, und an Temples Hals bildeten sich Sehnen so dick wie Schiffstaue ab.

Als letztes wurde nun mein Bild bewert und ich wollte mich am liebsten unter dem Pult verstecken. Wenn die anderen Bilder so zerrissen wurden, was sollte dann erst mit meinem passieren?
Warlock betrachtete mein Bild eingehend.

„Also Berzerk“; setzte er nach einer ganzen zeit an, in der ich immer kleiner wurde. „Von der Pinselführung her ist das hier unterirdisch, keine Frage. Schlechter als jeder andere hier. Oder jeder andere den ich jemals gesehen habe.“

Mein Mut sank noch weiter und betreten schaute ich weg.
Doch dann fuhr der Kritiker fort.

„Aber dieses Weiß!“ Wie habt Ihr das hinbekommen? Es ist so…. intensiv, ist das Wort das ich dafür zu benutzen gedenke. Wahnsinn!“

Ich schaute ihn an. Mein Morastfresser-Geheimnis würde ich natürlich für mich behalten.

„Wenn Ihr so mit Farben umgehen könnt, Barbar, dann habt Ihr Eure 15 Minuten noch vor Euch! Ihr seid der verdiente Sieger dieser Disziplin!“

Nun gut, ich verstand zwar nicht, was Warlock mit diesen 15 Minuten meinte, und ich hoffte, ich hätte noch länger als eine Viertelstunde vor mir, aber ich verstand das ich auch diese Disziplin für mich entscheiden konnte!

Höflicher Applaus war zu hören als ich aufstand und die Arme in die Höhe reckte. Aus zwei Richtungen war besonders starker Beifall zu vernehmen, dort wo meinen Gildenkollegen saßen, und von dort wo Chamomilla, Lavandula und ihre Schwestern saßen.

„Klasse Berz!“, hörte ich Mori rufen und ich winkte Ihnen allen zu, wie sie da saßen und Beifall klatschten.

Also war ich als krasser Außenseiter nach zwei Disziplinen der Führende in der Gesamtwertung – lief doch klasse!

Disziplin 3 – AXTWERFEN

Ein paar Minuten später standen wir wieder in etwa an der Stelle wo der Startschuß für das Wettrennen gefallen war und warteten auf die Einweisung Barbarpapas.

„Meine Herren Barbaren, kommen wir nun zur dritten Disziplin der ehrenwürdigen barbarischen Spiele. Es handelt sich diesmal wieder um eine Disziplin in der Kraft und Technik das wichtigste sind – und zwar dem Axtwerfen!“

Vak ließ einen unterdrückten Jubelschrei los. „Ha, das ist doch endlich mal was für mich!“, dröhnte er.

Auch Temple ließ einen zustimmenden Laut hören.

Doch Barbarpapa war noch nicht fertig. „Jeder hat nur einen Versuch mit einer dieser Wurfäxte!“ Damit zeigte er auf ein kleines Tischchen, auf dem sauber aufgereiht 5 Äxte lagen. „Es sind wie immer keine Zaubersprüche und Zaubertränke erlaubt! Der weiteste Wurf gewinnt. Ansonsten habe ich nichts zu sagen! Viel Erfolg!“

Temple war als erster mit werfen dran. Er nahm sich eine Axt und ging in Richtung Starlinie, wo er bedächtig den Kopf senkte und sich konzentrierte. Dann, in einer fließenden Bewegung, schmiß er die Axt von sich, in die Richtung in der wir vorhin gerannt sind, und beobachtete ihren Flug. Etwa in der Hälfte des Feldes kam die Axt auf.
Applaus von den Rängen.

Als nächstes kam Nail an die Reihe, und es wurde wieder still in den Rängen. Nail nahm sich eine Axt, jonglierte sie von rechts nach links, konzentrierte sich und schleuderte die Axt weit von sich. Sie flog ein gutes Stück weiter als Temples Axt und landete etwa bei drei Vierteln des Rasenstücks.

Wieder Applaus und Nail hschte ein Lächeln übers Gesicht als er sich andeutungsweise verbeugte.

Als nächstes kam Zeder an die Reihe.

Beschwingten Schrittes nahm er sich eine Axt und ging in sich. Gerade als ich ernsthaft daran dachte, mir Strickzeug zu besorgen damit ich mit einem Pullover anfangen konnte, erwachte zeder aus seiner Erstarrung, stieß einen spitzen Schrei aus, wie nur Hochelfen ihn sonst hinbekommen, und wohl eine Art Kampruf sein sollte und warf die Axt con sich. Dies war der kürzeste Wurf, noch weit sogar von Temples Versuch entfernt.

Enttäuscht ging Zeder von der Startlinie weg und winkte trotzdem kurz ins Publikum, das höflich Beifall spendete.

Nun war Vak dran und ich schaute ihn mir an. Ein Bär von einem Barbaren, kein Zweifel. Gut aussehend in seiner Rüstung, erhaben in seiner Bewegung, aber auch mit einem verkniffenen Gesichtsausdruck, denn immerhin lag er schon zwei Runden hinten. Auch er jonglierte die Axt während er zur Startlinie schritt. Dann konzentrierte auch er sich und warf dann mit einem Gebrüll, das mit Sicherheit selbst einigen Leute auf den Rängen Ohrensausen bescherte, die Axt von sich. Ich schaute ihr nach, und es sah fantastisch aus, wie das Wurfwerkzeug sich um die eigene Achse drehte und das Sonnenlicht dieses so warmen Nachmittages reflektierte, bevor sie deutlich vor Nails Axt mit der Klinge im Erdreich aufkam.

Das Publikum tobte und Vak warf Kusshände in die Menge und verbeugte sich. Er ließ sich als Sieger feiern obwohl ich noch dran war, aber ehrlich gesagt konnte ich mir nicht vorstellen ihm in irgendeiner Art und Weise gefährlich zu werden.

Ich nahm mir die letzte verbliebene Axt und ging ebenfalls zur Startlinie. Ich tat so als würde ich mich konzentrieren, weil das alle so gemacht hatten. Dann, als ich genug so getan hatte, spannte ich mich an, und gerade als ich abwerfen wollte, biß mich etwas in den Nacken. Und zwar so heftig, das ich mich panisch im Kreis drehte. Und da noch mal eins, wieder in den Nacken. Ich drehte mich immer panischer, weil ich nicht wusste, was mich gebissen hatte. Irgendwann warf ich einfach aus der Drehung heraus meine Axt weg und griff dann mit beiden Händen nach hinten um zu schauen ob ich das Insekt noch zu fassen bekam. Ich fühlte ein Papierkügelchen und starrte es verständnislos an.

Mittlerweile tobte das Publikum und ich schaute was los war. Mein Wurf ist weiter geflogen als Vaks, durch meine panischen Drehungen hatte ich der Axt noch einiges an Schwung mitgeben können!

Perfekt!

Ich drehte mich in Richtung Gildies und sah Mori und Maipou, wie sie mir mit Morastfresserschleudern in der Hand zuwinkten. Sie hatten es so geplant, und mich deshalb mit Papierkügelchen beschossen! Bei allen Göttern, das war ein genialer Plan!

Ich verbeugte mich tief vor den beiden, vergessend das Maipou es hasste, wenn ich das tat, und prompt hatte ich ein Papierkügelchen vorne auf der Stirn kleben. Und dies mit voller Wucht, so das ich zurücktaumelte.
Der Jubel ebbte langsam ab, und ich winkte noch mal ins Publikum.
„Und der Sieger der dritten Disziplin heißt dank einer überragenden Wurftechnik wiederum BERZERK!“, rief Barbarpapa aus.

Na also, dachte ich, nur noch sieben!

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